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Ein „Neuronenschutzhaus“ für Kinder

Große Resonanz bei Fortbildung zu Medienkonsum in Schwarzenbek


Rund 100 Fachkräfte aus Kitas, Schulen, Beratungsstellen und dem Jugendamt des Kreises Herzogtum Lauenburg kamen am 8. September im Rathaus Schwarzenbek zusammen. Die von der Fachstelle Kinderschutz des Kreises organisierte Fortbildung widmete sich der Frage, wie Medien die kindliche Entwicklung gefährden und wie Kinder wirksam geschützt werden können.

Die Referenten Astrid und Wilfried Brüning betonten, dass die rasante Medienentwicklung Familien und Bildungseinrichtungen unvorbereitet getroffen habe. Ihr Vorschlag: Jede Familie und jede Einrichtung sollte sich künftig in ein „Neuronenschutzhaus“ verwandeln.

Frühkindliches Gehirn braucht Schutz und analoge Reize

Ausgangspunkt der Referenten ist die Annahme, dass besonders das frühkindliche Gehirn vor zu hoher Medienzeit geschützt werden muss, weil stabile neuronale Verknüpfungen nur durch reale Sinneseindrücke entstehen können. Fehlen diese analogen Reize, verkümmern die Neuronen irreversibel. Als praktische Lösung stellten die Referenten die „Zweiwelten-Waage“ vor, die Kinder aktiv in Entscheidungen über Medienzeiten einbezieht.

Suchtgefahren durch Videospiele und Social Media

Die Referenten stellten dar, dass insbesondere im Jugendalter das Risiko einer Mediensucht drastisch steige. Ein Grund dafür sind Videospiele, die massive Dopaminausschüttungen auslösen können, während das entsprechende Dopaminkontrollsystem erst mit etwa 25 Jahren ausgereift ist. Das jugendliche Gehirn unterscheidet daher nicht zwischen realem und virtuellem Erfolg. „Sobald Ihre Kinder Online-Shooter wie Fortnite spielen dürfen, ist die Schleuse zur Sucht geöffnet“, warnte Wilfried Brüning. Auch Social-Media-Algorithmen binden Jugendliche durch personalisierte Inhalte gezielt an Bildschirme.

Die Lösung aus Sicht der Referenten: Eltern und Pädagogen müssen Medienzeiten konsequent begrenzen und Kindern wieder mehr Raum für freies Spiel in der Natur geben – eine Forderung, die auch von Kinderärzten und Wissenschaftlern gestützt wird.

Weitere Informationen bieten die Bildungseinrichtungen und Beratungsstellen im Kreis Herzogtum Lauenburg sowie die Website von „Brüning Film“: www.bruening-film.de