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Datum: 13.02.2012

»Helferin werden im Bereich Hauswirtschaft oder Kindertagesstätte?«

Zweite Regionalkonferenz zum Projekt „Übergang Schule Beruf“

Sandra und Eva sind Schülerinnen der Werkstufen der Schule Steinfeld in Mölln beziehungsweise der Hachede-Schule in Geesthacht, die Kinder mit einem ausgeprägten sonderpädagogischen Förderbedarf beschulen. Sie haben ihre Stärken in geeigneten Praktikumsstellen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erprobt. Beide Schülerinnen stellten jetzt in der Hachede-Schule im Rahmen der 2. Regionalkonferenz zum Projekt „Übergang Schule Beruf“ ihre Erfahrungen in der Phase der vertieften beruflichen Orientierung vor.


 
Klaus-Dieter Schmidt von der Industrie- und Handelskammer Lübeck referierte zu Fragen, die sich Betrieben stellen, wenn sie Menschen mit Behinderung in Praktika oder Ausbildung nehmen. Er sicherte zu, daß sich die IHK gern als „Türöffner“ betätigen wird, wenn individuell geeignete Betriebe gesucht werden.
 
Gelegenheit zum Austausch gab es für alle Anwesenden bei Kuchen und Schnittchen. Die Schülerinnen und Schüler der Hachede-Schule hatten diverse Leckereien vormittags produziert und ihre hauswirtschaftlichen Fähigkeiten damit unter Beweis gestellt.
 
Anschließend wurde lebhaft diskutiert über die verschiedenen Fördermöglichkeiten im Bereich der beruflichen Rehabilitation. Stephanie Sauerland vom Reha-Team der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe erläuterte die Wichtigkeit der gutachterlichen Stellungnahmen bei der Gewährung von Fördermaßnahmen für Menschen mit Behinderung.
 
Damit die medizinischen und psychologischen Gutachten ein umfassendes Bild des jungen Menschen erfassen, ist die Weitergabe der Ergebnisse aus den schulischen Praktika erforderlich. Der Integrationsfachdienst der Brücke SH begleitet und dokumentiert die Praktika.
 
Einig waren sich die anwesenden Vertreter aus Schule, Wirtschaft, Integrationsfachdienst, Werkstatt für Menschen mit Behinderung und Verwaltung über die Notwendigkeit, den jungen Menschen Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzuräumen. Wichtig ist dabei, ihnen und ihren Eltern Sicherheit zu geben, durch diesen Weg keine Ansprüche zu verlieren, die möglicherweise mit einem Besuch einer speziellen Einrichtung (Werkstatt für Menschen mit Behinderung) verbunden wären.
 
Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit (MASG) hat gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) und der Regionaldirektion Nord der Agentur für Arbeit Angang vergangenen Jahres das Modellprojekt "Übergang Schule-Beruf" in Schleswig-Holstein ins Leben gerufen.
 
Dieses Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Förderzentren im Kreisgebiet mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung sowie dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.
 
Nach dem Leitgedanken der Inklusion sollen Schülerinnen und Schüler mit Behinderung die Chance erhalten, nach der Schule auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
 
Ziel ist, die richtige Entscheidung für die Zukunft zu treffen, ob z.B. die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) oder der allgemeine Arbeitsmarkt in Frage kommen. Das Projekt läuft bis zum 30.06.2014.
 
Die Regionalkonferenz unterstützt als Netzwerktreffen das Ziel des Projektes,dass Schülerinnen und Schüler mit Einschränkungen dort arbeiten, wo andere es auch tun. Neben den positiven Erfahrungen werden auch Hindernisse / Barrieren benannt und bearbeitet.
 
Als Projektkoordinatorin steht bei der Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg für Fragen zur Verfügung:

Frau E. Dittmer

Fachdienst Eingliederungs- und Gesundheitshilfe
Dipl.-Sozialpädagogin

Meiereistr. 3
21493 Schwarzenbek