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Lokaler Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg fördert weitere Projekte im Kreisgebiet

Der Lokale Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg hat vom Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend noch einmal zusätzliche Projektmittel für das Förderjahr 2014 erhalten und kann damit weitere Projekte zur interkulturellen Verständigung, zur gesellschaftlichen Teilhabe, zur Förderung von Demokratie und zur Bekämpfung von Rechtextremismus unterstützen.

Drei weitere Projekteanträge wurden daher vom Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplans auf seiner jüngsten Sitzung zur Beratung zugelassen und nach ihrer Präsentation durch die jeweiligen Projektträger allesamt bewilligt.
Freuen kann sich unter anderem die Stiftung Herzogtum Lauenburg, die im November eine Aufführung der szenischen Lesung „Notwehr“ an Schulen in Geesthacht und Mölln sowie im Stadthauptmannshof plant. Das Stück der „Vers- und Kaderschmiede Hamburg“ skizziert den Weg eines jungen Mannes in die rechte Szene und wie er sich daraus wieder befreien kann. Es soll als Anregung dienen, das Bewusstsein der Zuschauer für den schleichenden Prozess eines Abrutschens in die rechte Szene zu schärfen und ebenso für die Signale von Menschen, die sich aus dieser Szene wieder befreien möchten. Das Stück ist als Diskussionsvorlage konzipiert, die von den Schauspielern mit dem Publikum im Anschluss geführt werden soll.
Eine positive Zusage erhielt auch der Projektvorschlag des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow „Spurensuche Euthanasie - und Aussonderung von Menschen mit Behinderung im 3. Reich“. In gemeinschaftlicher Gruppen- und Teamarbeit möchte das Lebenshilfewerk mit Menschen aus seinen Einrichtungen auf Spurensuche im Kreisarchiv gehen und dort anhand einer vorhandene Akte einen fiktiven Lebensausschnitt eines jungen Mädchen in Mölln erarbeiten, das unter dem Euthanasieprogramms des Nationalsozialisten leiden musste. In Kontakt mit Schule und Kirche soll das damalige Geschehen nachvollzogen und verortet, aber auch die heutige Situation ausgelotet werden. Im Ergebnis wird ein kleines Heft entstehen, in dem anschaulich der Lebensweg damals heute in Mölln nachvollzogen werden kann.

Auch der Verein Miteinander leben e.V. konnte mit einer Projektidee den Begleitausschuss überzeugen. Das Projekt „STOP IT! – Zivilcourage kann man lernen“ bietet Schülern der Klassenstufe 5 im Kreisgebiet die Möglichkeit, unter Berücksichtigung ihrer aktuellen Problemlagen und ihres Alters im Rahmen eines zweitägigen Theaterworkshops den unbequemen Wert „Zivilcourage“ zu definieren, ihn vermittelt zu bekommen und auch aktiv üben zu können. Ziel des Workshops ist es, Selbstwert, Empathie, Toleranzfähigkeit und moralisches Handeln bei den Kindern und Jugendlichen zu wecken, den Zusammenhalt des Klassenverbundes zu stärken und die Integrität jedes einzelnen Kindes zu fördern. Zur Erreichung der Ziele werden Mittel aus der Kunst- Theater- und Kreativpädagogik eingesetzt.

Der Lokale Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg kann auch weiterhin zivilgesellschaftliche Projektideen in diesem Jahr fördern. Noch bis zum 24.10.2014 können Anträge eingereicht werden, über die der Begleitausschuss auf seiner nächsten Sitzung am 10.11.2014 beraten wird. Hinweise zur Antragstellung sind unter www.lap-kreis-rz.de zu finden. Ebenso können auch noch Kleinprojekte beim Aktionsfond des Lokalen Aktionsplanes mit wenig Aufwand bis zu 500 € Förderung erhalten. Der Kreisjugendring berät hier gern.


Mark Sauer
Verein Miteinander leben e.V.
Bahide-Arslan-Gang
23879 Mölln