Wie kann ein Jugendstrafverfahren ausgehen?

Die strafrechtlichen Reaktionen auf eine Jugendstraftat sollen vorrangig der Erziehung des Täters dienen, um dessen erneute Straffälligkeit zu vermeiden. Die unten aufgeführten Rechtsfolgen orientieren sich daher nicht nur am Straftatbestand, sondern vor allem am erzieherischen Bedarf des einzelnen Täters. Ein Jugendgericht kann grundsätzlich Erziehungsmaßregeln, Verwarnungen und Auflagen erteilen oder Jugendarrest und Jugendstrafe verhängen.


Erziehungsmaßregeln und Auflagen

Erziehungsmaßregeln stellen in der Regel Weisungen dar, die auf die Lebensführung des Jugendlichen einwirken sollen. Ziel ist es, Impulse für eine positive Entwicklung zu setzen. Die Art der Weisung oder Auflage richtet sich nach dem individuellen Bedarf und die Jugendgerichtshilfe unterbreitet dem Jugendgericht einen entsprechenden Vorschlag. Häufig kommen dabei die folgenden Maßnahmen zur Anwendung:

Amulante Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz

Jugendarrest

Jugendarrest bedeutet Freiheitsentziehung in einer Jugendarrestanstalt. Die Jugendarrestanstalt ist zwar keine Haftanstalt, eingesperrt wird man aber  trotzdem.
Der Arrest kann von einem Wochenende bis hin zu 4 Wochen dauern.

Jugendstrafe

Jugendstrafe ist Freiheitsentziehung in einer Jugendanstalt, also im "Gefängnis". Die Jugendstrafe dauert mindestens 6 Monate, höchtsens 10 Jahre. Sie kann zur Bewährung ausgesetzt werden.
Das bedeutet, dass der Jugendliche die Strafe nicht anzutreten braucht, wenn er keine weiteren Straftaten mehr begeht und die Bewährungsauflagen einhält. Jugendliche bekommen dann grundsätzlich einen Bewährungshelfer.