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Findbuch
Nachlass Hans Ferdinand Gerhard
Inhalt und zur Person

Zur Person Hans Ferdinand Gerhard

Hans Ferdinand Gerhard wurde am 14. März 1868 in Wolfenbüttel geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Leipzig, Berlin, Freiburg, Genf und Heidelberg, wo er abschließend promovierte. Ab 1895 arbeitete er als Journalist und Theaterkritiker bei der Tageszeitung "Hamburger Correspondent" und war Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Hamburg. Zu seinem Freundeskreis gehörten Richard Dehmel, Otto Ernst, Otto Falke, Gustav Frenssen, Detlev von Liliencron, Jakob Löwenberg und Fritz Stavenhagen.
1905 zog er mit seiner Familie von Hamburg nach Ratzeburg, um dort als freier Schriftsteller zu arbeiten. In den nächsten 15 Jahren entstanden zahlreiche Erzählungen, Lustspiele und auch der Hamburg-Roman "In der Jodutenstraße".

In der Zeit des Ersten Weltkrieges zwingen ihn die Umstände als Lehrer an der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg zu arbeiten, wo er in den Jahren zwischen 1916 und 1919 Lehrkräfte vertritt, die sich im Kriegsdienst befinden. 1920 bewirbt sich Gerhard beim Kreis Herzogtum Lauenburg als wissenschaftlicher Berater für die Volkshochschulen. In seinem Dienstvertrag wird seine Position als Organisator für das Volkshochschulwesen im Kreis Herzogtum Lauenburg beschrieben.

Im Jahr 1925 erhält Gerhard einen neuen Vertrag, nach dem er fortan als Beamter beim Kreis beschäftigt wird und den offiziellen Titel "Landesarchivar" erhält. Neben der Organisation des freiwilligen Bildungswesens kommen die Aufgaben der Jugendpflege, das Fortbildungsschulwesen und das Archiv- und Büchereiwesen dazu.

In einem recht begrenzten Zeitraum konnte er viele Impulse für eine vielfältige und lebhafte Entwicklung auf kulturellem und historischem Gebiet setzen. Es sind gleich vier Schwergewichte aufeinmal, die in diesem Zusammenhang zu nennen sind: der Aufbau der Kreisvolkshochschule, die Gründungen des Heimatmuseums, heute Kreismuseum, und des Kreisarchivs und die Wiederaufnahme der 1918 eingestellten Schriftenreihe des Lauenburgischen Heimatbund und Geschichtsvereins unter einem neuen, bis heute noch gültigen Namen der "Lauenburgischen Heimat". 

Am 15. September 1930 starb Hans Ferdinad Gerhard nach längerer Krankheit in Ratzeburg.